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Kurorteverband mahnt Hilfen für seine sieben Mitglieder an / Wiedereröffnung der Kurmedizin-Bereiche

Seit Mitte März sind Brandenburgs Kurorte aufgrund der Corona-Pandemie praktisch stillgelegt. Der Lockdown trifft die sieben Mitglieder im Gesundheits- und Kurorteverband Brandenburg – Bad Belzig, Bad Freienwalde, Bad Liebenwerda, Bad Wilsnack, Buckow, Burg und Templin – deutlich härter als andere Städte und Gemeinden in der Mark. Haben doch alle Kurorte eine kosten- und personalintensive Infrastruktur weiter zu unterhalten und zudem hohe Fixkosten in den Thermen oder auch gerade jetzt durch den Frühlingsbeginn sehr intensive Kurparkpflege.

„Die Situation ist extrem angespannt“, so Dr. Christian Kirchner, stellvertretender Vorsitzender des Gesundheits- und Kurorteverbandes Brandenburg. „Zwar konnten alle Kureinrichtungen die Auszeit gut für vorgezogene Reparaturen, Inventuren und Instandhaltungsmaßnahmen nutzen, um für eine Wiederaufnahme des Betriebes gut gerüstet zu sein, gleichwohl muss das Land Brandenburg aber dringend seinen Kurorten unter die Arme greifen. Dies vor dem Hintergrund, dass gerade diese Betriebe wichtige Arbeitgeber in meist strukturschwachen Regionen und dadurch auch jeweils ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sind“, sagte er weiter.

Erschwerend für Brandenburgs Kurorte kommt hinzu, dass viele der Einrichtungen und Thermen in kommunaler Hand sind und so durch das derzeitige Förderraster fallen. „Ebenfalls dringenden Gesprächsbedarf gibt es darüber, ob nicht die explizit medizinischen Bereiche der Kureinrichtungen wie beispielsweise Physiotherapiepraxen unter Einhaltung aller derzeitigen Hygienemaßnahmen wieder öffnen dürfen sollten. Schließlich ist gerade in diesen Zeiten die Gesundheitsvorsorge immens wichtig“, erklärte Dr. Kirchner.

Insgesamt 9991 Gästebetten stehen in Brandenburgs Kurorten. Die meisten davon sind allerdings seit Wochen verwaist. Im vergangenen Jahr kamen 554 625 Gäste in die Kurorte der Mark, 1,89 Millionen Übernachtungen konnten verzeichnet werden. Brandenburgs Kurgäste machen immerhin 14 Prozent aller Übernachtungen in der Mark aus. „Diese Werte zeigen die durchaus beachtliche Bedeutung des Gesundheitstourismus für Brandenburg“, betont Dr. Kirchner. „Gerade für die Hotellerie und Gastronomie sind die Kureinrichtungen und Thermen ein wichtiger Gästemagnet. Soll diese auch für die Nach-Corona-Zeit bedeutende Gesundheitsinfrastruktur erhalten bleiben, muss das Land den Kurgemeinden und auch deren Beherbergungsbranche finanziell und vor allem auch zeitnah und verlässlich helfen.“

Sobald die Politik grünes Licht gibt, können Brandenburgs Kurorte ihre Kureinrichtungen und Thermen sehr schnell wieder öffnen. „Wir alle sind gut vorbereitet und gerüstet“, berichtet Dr. Kirchner. „Richtschnur bei der Wiedereröffnung der Thermen wird der Zwei-Stufen-Plan der European Waterpark Association (EWA) sein, der einen sehr konkreten Katalog für die notwendigen Hygienemaßnahmen enthält. Die aufgeführten Abstandsregelungen, vermehrten Reinigungszyklen, Desinfektionsvorgaben, Regeln für die Gastronomie- und Garderobenbereiche und vieles mehr werden dazu beitragen, dass die Thermen infektionssicher besucht werden können. Kirchner weiter: „Außerdem schützt die laufende Aufbereitung des Badewassers vor Infektionen, wie das Bundesumweltamt jüngst bestätigte, und bei den in den Thermen und Bädern üblichen Temperaturen von häufig über 30 Grad kann sich das Corona-Virus nicht ausbreiten.“